Berlin
Berlin 2011: Tennis
Gymnasium Hochrad erreicht den 10. Platz (Jungen) und 11. Platz (Mädchen) beim Bundesfinale im Schultennis Das Schaubild auf dem Bahnhof Altona am 18. September 2011 erinnerte ein wenig an die Abreise der Schüler nach Hogwarts von Bahnsteig 9 3/4 auf dem Bahnhof Kings Cross in London. Viele Schülerinnen und Schüler bevölkerten den Bahnsteig 12 mit überbordendem Reisegepäck. Anstelle der Koffer und der sperrigen Eulenkäfige Harry Potters und seiner Freunde sah man allerdings Golfschläger, Hockeyausrüstungen und voll bepackte Tennistaschen. Die Schüler, die diese Utensilien in den Waggon Nr. 2 wuchteten, kamen alle von dem bilingualen Gymnasium Hochrad aus Othmarschen und hatten in der Hansestadt Hamburg die jeweiligen Landeswettbewerbe im Golf, Hockey und Tennis von Jugend trainiert für Olympia gewonnen. Im Hauptbahnhof kamen dann die Sieger der anderen Schulen hinzu und die Hamburger Delegation war komplett. Nach 90 kurzweiligen Minuten ICE-Fahrt trennten sich die Wege der Sportler. Für die Tennis-Spieler ging es zum Jugend-Hostel Meininger in Kreuzberg. Das Turnier begann am Montag. In der ersten Runde des Bundeswettbewerbs von Jugend trainiert für Olympia war den Hamburger Mädchen mit der Poelchau-Oberschule aus Berlin der mehrmalige Schulweltmeister im Tennis zugelost worden. Anders als die Spielerinnen aus Hamburg, die pro Woche 34 Unterrichtsstunden zu absolvieren haben, sehen die Spielerinnen aus Berlin das Klassenzimmer oft nur am Montag und zu den jeweiligen Klassenarbeiten, ansonsten findet rund um die Trainingseinheiten E-Learning statt. Die Jungen mussten sich mit den Bayern aus Burglengenfeld messen, die sich im eigenen Bundesland im Wettkampf unter 32 Schulen hatten durchsetzen können. Die Regularien von JtfO sehen vor, dass die Sieger aus den Erstbegegnungen um die Plätze 1-8 spielen und die Verlierer um die Plätze 9-16. Sowohl Jungen wie auch Mädchen mussten im Vergleich zu der Hamburger Meisterrunde auf zwei starke Spieler verzichten, die in diesem Jahr ein Auslandsschuljahr absolvieren und somit in Berlin nicht antreten konnten. Die Erstrundenspiele gingen sowohl bei den Mädchen wie auch bei den Jungen verloren. Nach einer gemeinsamen Bootsfahrt auf den Pfaden der Geschichte Berlins am Nachmittag ging es am folgenden Tag in die 2. Runde. Die Mädchen hatten es mit dem Bundesland Sachsen-Anhalt zu tun. Für die Jungen hieß der Gegner Thüringen. Wieder hieß es um 6.15 Uhr aufstehen, zu den Spielorten fahren und dort vormittags und nachmittags Einsatz zu zeigen. Die Mädchen landeten einen Kantersieg gegen das Gymnasium Philantopinum Dessau-Roßlau mit 6:0, und die Jungen siegten gegen das Gymnasium Georgianum Hildburghausen mit 5:1. Am Nachmittag gelang es den Jungen gegen das St. Benno-Gymnasium Dresden aus Sachsen noch einmal zu gewinnen. Hingegen verloren die Mädchen knapp gegen das Christian-Weise-Gymnasium Zittau - ebenfalls aus Sachsen - bei Match – und Satzgleichstand mit 5 Spielen Unterschied. Am Mittwoch ging es für die Jungen um die Plätze 9-10. Sie trafen auf die Jungen der Georg-Büchner-Schule Darmstadt aus Hessen. Die Mädchen spielten um den 11. Platz gegen Thüringen ( Heinrich-Ehrhardt-Gymnasium Zella-Mehlis) . Die Schülerinnen und Schüler freuten sich jetzt wieder auf der gleichen Anlage (Blau-Weiß Berlin) spielen zu können. Jungen und Mädchen feuerten sich gegenseitig an, was auch durch den Umstand begünstigt war, dass es dem Gymnasium Hochrad gelungen war sowohl den Landesieger im Mädchen - wie auch den des Jungen-Wettbewerb im eigenen Bundesland zu stellen. Die Betreuung der Spielerinnen und Spieler aus Hamburg lag in den Händen von Dr. Burghard Pilzecker (Studiendirektor am Gymnasium Hochrad) und Mathias Golmann (Vater von Lea Golmann, der Nr. 1 der Hochrad-Spielerinnen). Die Endspiele wurden ausschließlich von Sportschulen bestritten, bei denen an mindestens zwei Wochentagen auch während des Vormittags auf den Plätzen trainiert wird. Die Poelchau- Oberschule aus Berlin siegte bei den Jungen, und bei den Mädchen lag Baden Württemberg vorn. Die Finalbegegnungen standen auf hohem Niveau und lockten zahlreiche Zuschauer an. Es bleibt abzuwarten, ob diese Spielerinnen und Spieler gesehen haben, deren Entwicklung einen ähnlich Verlauf nimmt wie die einer Sabine Lisicki, die an gleicher Stelle hier vor fünf Jahren spielte. Für die Hamburger Sportler aus Othmarschen sind die erreichten Plätze ein großer Erfolg, den sie sich durch Fleiß und Trainingseifer erarbeitet haben. Sie müssen ihre sportlichen Leistungen nach einem langen Schultag erbringen. Im Sportprofil des Otto-Hahn-Gymnasiums aus Baden Württemberg ist vorgesehen: “ Selbstverständlich werden die Leistungssportler für alle Trainingsmaßnahmen und Wettkämpfe, die während der Schulzeit stattfinden, vom Unterricht befreit. Dabei wird versucht auch bei den Klausurterminen, auf den Rahmenterminplan der Athleten Rücksicht zu nehmen. Soweit wie möglich wird auch beim Stundenplan darauf geachtet, dass die Sportprofilklassen so wenig wie möglich Nachmittagsunterricht haben, damit ein etwaiges Nachmittagstraining ohne Probleme wahrgenommen werden kann.“ Nachmittagstraining ohne Probleme – davon können die Othmarscher nur träumen. Dafür aber sind sie am bilingualen Hochrad aufgrund des englischsprachigen Profils in der Lage viele Unterrichtsinhalte auch in dieser Sprache auf hohem Niveau zu meistern. Beim Lernstandstest hatte die Schule in der Klasse 8 einen Vorsprung von zwei Lernjahren gegenüber anderen Gymnasien. Und wie konnten wir jüngst in der WELT lesen: „Im Fach Englisch sind Hamburgs Schülerinnen und Schüler erstaunlich erfolgreich, sie gehören mit Bayern und Baden-Württemberg zur Spitzengruppe in Deutschland.“ So bleibt es auch im nächsten Jahr im Bereich des Hamburger Schultennis beim Bemühen, verschieden Ansprüchen gerecht zu werden: Mens sana in corpore sano oder natürlich am Hochrad auch bilingual: a sound mind in a healthy body.