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Leitfaden für Elternabende für Elternvertreterinne

Leitfaden für Elternabende für Elternvertreterinnen und –vertreter
Hamburg, im April 2006

Liebe Elternvertreterinnen und Elternvertreter!

Eltern wie Lehrer investieren bei ihrem Engagement für die Schule Zeit und Mühe auch in die Gestaltung der Elternabende. Damit diese Abende für alle Seiten möglichst befriedigend verlaufen, sollten sie vorher geplant werden. Mit diesem Leitfaden möchten wir Ihnen einige Erfahrungen und Anregungen weitergeben, die wir im Laufe der Jahre gesammelt haben. Die nachfolgenden Hinweise sind hoffentlich hilfreich, aber selbstverständlich nicht bindend.

Grundsätzlich sind Sie in der Gestaltung der Elternabende völlig frei. Diese müssen keineswegs immer so sein, wie sie im Vorjahr waren und wie jeder sie durchführt. Suchen Sie – in Abstimmung mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer – Ihren eigenen Weg, angepasst an die jeweiligen Verhältnisse und die jeweilige Situation.

Damit die Beratung wichtiger Fragen des Unterrichts und der Erziehung (vgl. § 71 des Hamburger Schulgesetzes) ertragreich und in konstruktiver Atmosphäre erfolgen kann, sollten einige Grundregeln erfolgreicher Kommunikation beachtet werden. Alle Beteiligten sollten dazu beitragen, dass eine Gesprächsatmosphäre entsteht, die gegenseitiges Verständnis und wachsendes Vertrauen ermöglicht.
Über Ziele und Gesprächsgrundlagen sollte Einvernehmen hergestellt werden. Die Gesprächsleitung achtet darauf, dass Wünsche, Anregungen und Sorgen gegenseitig ernst genommen, unterschiedliche Sichtweisen akzeptiert sowie Verallgemeinerungen und Schuldzuweisungen vermieden werden.

Laut Schulgesetz ist es die Aufgabe der jeweiligen amtierenden Klassenelternvertretung, zu den Elternabenden einzuladen und sie zu moderieren. Dazu gehört Folgendes:

  • Die beiden Elternvertreter sollten 2 oder 3 Termine abstimmen, an denen sie Zeit haben. Danach sollte der/die Klassenlehrerin/Klassenlehrer angerufen werden, um den Termin mit ihnen gemeinsam festzulegen;
  • in Abstimmung mit der Klassenlehrerin/dem Klassenlehrer eine Tagesordnung festlegen;
  • die Einladung mit Rückantwort (bewährt hat sich ein Abschnitt am unteren Rand, auf dem Name des Kindes und Antwort einzutragen und abzutrennen sind) schreiben,
  • an die Klassenlehrerin/den Klassenlehrer weitergeben,
  • die/der seinerseits die Einladung kopiert und an alle Eltern über die Schüler der Klasse weitergibt;
  • die Gesprächsleitung während des Abends übernehmen und dabei für eine strukturierte und zielgerichtete Diskussion sorgen.
  • Besprechen Sie auf dem Elternabend nicht nur schulische Themen, sondern auch häusliche Themen der Erziehung und Entwicklung. Tauschen Sie sich über das Verhalten der Kinder auch am Nachmittag aus. Im Handbuch der Schulbehörde „Elternratgeber1“ finden Sie eine Vorlage, mittels derer Sie Themenvorschläge aus der Elternschaft ermitteln können. (Vorlage im Anhang dieses Schreibens).
  • Ebenfalls im oben genannten Handbuch finden Sie Hinweise für anstehende Wahlen, über die Sie sich zum gegebenen Zeitpunkt informieren sollten.
  • Laden Sie auch Fachlehrerinnen oder Fachlehrer zum Elternabend ein, wenn die Eltern es wünschen. Sprechen Sie dies vorher mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer ab.
  • Wenn Sie Elternvertreterin oder Elternvertreter sind und vermuten, dass es auf dem Elternabend zu kontroversen Diskussionen kommen könnte, machen Sie sich im Vorwege mit den unterschiedlichen Standpunkten vertraut. Überlegen Sie, ob es sinnvoll ist, eine Vertreterin/einen Vertreter der Schulleitung, des Elternrates oder Dritte einzuladen. Bemühen Sie sich, die Gesprächsleitung im Sinne der oben genannten „Grundregeln“ zu gestalten.
  • Eine angenehme Atmosphäre trägt dazu bei, die vielleicht vorhandene Anonymität der Situation oder die Scheu einzelner Eltern, sich offen zu äußern, zu überwinden. Es hilft zum Beispiel, einen offenen Beginn des Elternabends zu wählen (vielleicht: Eintreffen ab 19.30, offizieller Beginn um 20.00 Uhr), Klassenfotos oder Unterrichtsergebnisse im Klassenraum auszulegen, Gebäck und Getränke auf einem Tisch bereit zu stellen. Eltern können dann im Raum herumgehen und miteinander informell über die ausgelegten Materialien ins Gespräch kommen.
  • Häufig ist es angenehm, eine während des Elternabends geführte Diskussion bei einem Glas Wasser oder Wein außerhalb der Schule in Einzelgesprächen auf einem „Stammtisch“ fortzuführen. Laden Sie auch hierzu gleich mit ein.
  • Führen Sie Protokoll, um die Abwesenden informieren zu können.
  • Sprechen Sie Eltern, die mehrfach nicht zum Elternabend kommen, darauf an und fragen Sie nach den Gründen.
  • Denken Sie daran, dass eine gute Klassengemeinschaft auch durch eine gute Elterngemeinschaft gefördert wird. Planen Sie daher ruhig mal eine gemeinsame Freizeitaktivität aller Eltern und Schüler, mit oder ohne Lehrerin oder Lehrer, z.B. gemeinsames Grillen am Elbstrand, in der Kieskuhle oder ähnliches.
  • Mit freundlichen Grüßen
  • Ihre Elternvertretung am Gymnasium Hochrad
  • Anlage
  • Quelle: BBS. Elternratgeber: Wir reden mit. Handbuch für die Mitwirkung in der Schule, 7. Auflage 2006
  • Im Internet als download erhältlich unter
  • http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/behoerden/bildung-sport/service/veroeffentlichungen/broschueren/elternratgeber,property=source.pdf HmbSG
  • http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/behoerden/bildung-sport/service/veroeffentlichungen/schulgesetz/neues-schulgesetz,property=source.pdf