Philosophie
Philosophie am Gymnasium Hochrad
Organisatorisches
Das Fach Philosophie wird im achtstufigen Gymnasium zunächst in Klasse 7 (erste Einführung in die Philosophie), dann durchgängig ab Klasse 9 bis zum Abitur angeboten. In den Klassen 7, 9 und in der Vorstufe stellt das Fach eine Alternative zum Fach Religion dar. In der Profiloberstufe ist das Fach Philosophie in den meisten Profilen als profilbegleitendes Fach enthalten.
Inhaltliches
Philosophie bedeutet Liebe zur Weisheit (Platon), sie untersucht die Rolle der menschlichen Vernunft für alle Erkenntnis (Kant), sie ist das Denken des Denkens (Hegel) ,-kurz: Sie ist als Fach mit vorgegebenen Inhalten schwer zu definieren.
Auf diese Unklarheit kann man auf zwei Arten reagieren:
Entweder man versteht Philosophie vor allem als eine Tätigkeit des Selberdenkens und Weiterdenkens über Fragen, die unser Verständnis vom Guten, von Gerechtigkeit, von der Wahrheit und vom Schönen betreffen; oder man sieht den Inhalt der Philosophie in den kulturell übermittelten Inhalten der philosophischen Theorien bekannter Denker, also in einer Form der Geistesgeschichte.
Der Rahmenplan Philosophie (= RP) der Behörde sieht den Philosophieunterricht (= PU ) im Sinne der zuerst genannten Definition als eine Schulung der Reflexionsvermögens in grundsätzlichen Fragen , die es den Schülern ermöglicht, gesellschaftliche Debatten oder persönliche Erfahrungen kritisch zu überprüfen. (vgl. RP gymn. Oberstufe, S. 10) .
Der PU soll somit kein Gang durch die Geschichte des philosophischen Denkens sein, sondern er soll sich an Fragen und Problemen der Schüler orientieren , die aus ihrem Nachdenken über sich, ihr Zusammenleben und die gegenwärtige Weltsituation erwachsen.
Gerade die unterschiedlichen Profile in der Oberstufe können hierbei als thematische Grundlage für philosophische Diskurse dienen.
Gedanken der großen Philosophen werden nur insoweit in den Unterricht
einbezogen, wie die Schüler sie als mögliche Antwort auf ihre Leitfrage verstehen können.
Damit erhalten die Schüler für die auch inhaltliche Gestaltung des PU eine hohe Verantwortung. Sie müssen bereit sein, ihre denkerischen Interessen in der Gruppe zu äußern, sie sollten sich im Gespräch einigen und aufeinander eingehen können, sie sollten die Kraft, Sorgfalt und Geduld besitzen, um den ihnen vertrauten Denkbereich zu verlassen und sich auf fremde und manchmal schwierige Texte einzulassen, und sie benötigen die Ausdauer, längere Zeit ohne gültige oder überzeugende Antworten
und Lösungen zu den Unterrichts-Fragen mitzuarbeiten und auch eigene Theorien in die Waagschale zu werfen.
Nach Rahmenplan fördert der Philosophieunterricht drei Kompetenzbereiche, die hier im Folgenden kurz skizziert werden sollen :
1.) Wahrnehmungs- und Deutungskompetenzen
- Fragwürdiges in der Lebenswelt wahrnehmen
- Wahrnehmung philosophischer Fragen
- Erfassen philosophischer Thesen
- Erfassen und formulieren philosophischer Thesen und Argumentationen
- Beziehungen zwischen konkreten lebensweltlichen Erfahrungen und philosophischen Gedanken herstellen
2.) Argumentations- und Urteilskompetenz
- Beurteilen und Kritisieren philosophischer Behauptungen und Argumentationen
- Positionierung innerhalb philosophischer Problemstellungen
3.) Darstellungskompetenz
- Teilnahme an philosophischen Gesprächen
- Verfassen philosophischer Essays, Erörterungen und Phänomenbetrachtungen
- Ausdruck philosophischer Überlegungen mit künstlerischen o.ä. Mitteln
Der Rahmenplan nennt verbindliche Inhalte des PU :
Der Unterricht soll von philosophisch relevanten Fragen der Schüler ausgehen, er ist aber weder unverbindliche Plauderstunde, noch in der Wahl der themenbildenden Leit-Fragen ganz frei.
Für alle Jahrgänge müssen die gewählten Unterrichtsinhalte Bezüge zu folgenden Arbeitsbereichen haben:
a) Anthropologie und Kultur
Mögliche Fragen: Was ist der Mensch? - eine beseelte Maschine? - ein
vernünftiges Tier? der Herr der Schöpfung? eine Gattung, die im
geschichtlichen Fortschritt gemeinsam Freiheit und Vernunft verwirklicht t?
Wie will ich leben? Was ist wichtiger: Arbeit oder Freizeit?
Woher kommen wir, wohin gehen wir? u.v.a
b) Ethik und Politik
Mögliche Fragen: Was ist ein gutes Leben? Darf ich tun, was ich will? Gibt es vernünftige Maßstäbe menschlichen Handelns? Für was ist ein Mensch verantwortlich? Wie hängt
moralische Verantwortung mit menschlicher Freiheit zusammen? Gibt es eine
Pflicht, Gesetzen zu folgen? Was ist ein gerechter Staat ? u.v.a.
c) Sprache und Erkenntnis
Mögliche Fragen: Was ist Wahrheit? Was macht Wissenschaft aus? Ist alle Erkenntnis sprachlich? Was ist Bildung? Welchen Ursprung haben unsere Erkenntnisse?
Wie weit reicht unser Erkenntnisvermögen? u.v.a.
d) Metaphysik
Mögliche Fragen: Gibt es ein Sein oder Wesen , eine Wahrheit, einen Sinn hinter unserer Wahrnehmung der Welt und ihren Dingen? Welche Bedeutung hat Hoffnung (auf Gott, auf Fortschritt, auf Glück) für unser Handeln? Können wir ohne die Annahme, frei zu sein, handeln ? u.v.a
e) Ästhetik
Mögliche Fragen: Lässt sich über Schönheit vielleicht doch streiten? Was
eigentlich nennen wir schön : physikalische Eigenschaften von Gegenständen oder unser Gefühl bei ihrer Wahrnehmung oder .....? Kann etwas moralisch Verwerfliches schön sein ? Trägt Kunst zur Erkenntnis bei, oder dient sie nur dem Genuss? u.v.a
Wer sich detaillierter über den Rahmenplan Philosophie informieren möchte, kann
dies im Internet unter http://www.hamburg.de/bildungsplaene tun.