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STAATLICHE FACHSCHULE FÜR SOZIALPÄDAGOGIK

Projekt „HelferIn in der Kita“

Eine Qualifizierungsmaßnahme zur beruflichen Integration für SchulabgängerInnen des 10. Schuljahres der Integrationsklas­sen der Gesamtschule und der Schule für Geistigbehinderte.

In dieser bundesweit einzigartigen Qualifizierungsmaßnahme werden junge Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen vier Jahre lang darauf vorbereitet, HelferIn in einer Kindertagesstätte zu werden.

Ihre zentrale Aufgabe ist die Begleitung der Kinder während des Tages; sie begleiten die Kinder als erwachsene Menschen in deren Haupttätigkeiten, Interessen und Bedürfnissen. Die zukünftigen „Kita-HelferInnen“ tragen dazu bei, den Tagesablauf der Kinder mit zu gestalten, so dass sich diese in ihrer Einrichtung wohl fühlen.
Innerhalb der vierjährigen Qualifizierung wird mit Hilfe eines Entwicklungsplan ein individueller Arbeitsplatz in der Kindertagesstätte geschaffen: je nach Fähigkeit des jungen Menschen mit Behinderung helfen sie z.B. bei Mahlzeiten, in Spielsituationen, bei der Gestaltung des Außengeländes, der Gartenarbeit oder bei einfachen handwerklichen Arbeiten der Kita. Nach den 4 Jahren werden sie als MitarbeiterIn der ELBE-Werkstätten in einem ausgelagerten Arbeitsplatz Kita arbeiten.
Bislang haben wir im Rahmen eines Modellversuchs in den Schuljahren 2002 und 2003 zwei Klassen eingeschult.
Die AbsolventInnen dieser beiden Klassen sind bereits übernommen worden und arbeiten in einer Kita.

Der Modellversuch wurde dokumentiert und evaluiert. Seit dem Schuljahr 2006/07 schult die FSP2 nun regelmäßig alle zwei Jahre eine neue Klasse ein.

Weitere Informationen

Nach den Erfolgen in der Integration in der Kita, der Grundschule und der weiterführenden Schule möchte die FSP 2 zur beruflichen Integration junger Menschen beitragen:
Ab Schuljahr 2002 führen wir die Qualifizierungsmaßnahme zur Kita-HelferIn durch.
Die „Helfer“ gibt es schon im handwerklichen, technischen und hauswirtschaftlichen Bereich. Wir sind der Meinung, dass Menschen mit Behinderung gerade aufgrund ihrer Behinderung eine Bereicherung auch in der sozialpädagogischen Arbeit darstellen. Aufgrund unserer Erfahrungen in der Integration wissen wir, daß viele junge Menschen mit Behinderung sich wünschen, im Kindergarten zu arbeiten; dies war aber bislang für sie nicht möglich.
Die Maßnahme gliedert sich in 2 Jahre Berufsvorbereitung und 2 Jahre Berufsbildungsbereich.
Während der vierjährigen Qualifizierung besuchen die Schüler/innen die FSP2; die praktischen Anteile der Qualifizierung absolvieren sie im Kindergarten. Siehe Konzept
Bei der Maßnahme handelt es sich um eine differenzierende Qualifizierung, deren Lerninhalte sich an den Interessen und Fähigkeiten der behinderten Menschen orientieren.

Die TeilnehmerInnen sollten

  • ein starkes Interesse an einer langfristigen Tätigkeit mit Kindern im Elementarbereich haben,
  • sich in Gruppen wohl fühlen, d.h. über eine soziale Kompetenz verfügen
  • über eine räumliche Orientierung in einer ihnen bekannten Umgebung verfügen
  • eine zeitliche Orientierung haben
  • Grundkenntnisse bei der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln besitzen und
  • sich sprachlich ausdrücken können

Keine Rolle spielt das Geschlecht.

Die Teilnahme an der Qualifizierungsmaßnahme ist von Seiten der Schulbehörde an die Bedingung geknüpft, dass die TeilnehmerInnen

  • nach dem Abschluss der Klasse 10 die Kita-Helfermaßnahme (BV-TQ) besuchen und
  • mindestens ein, besser zwei Betriebspraktika im Kindergarten absolviert haben.

Juni 2007