CPG  K. Arulrajah   Heimatmuseum Wandsbek

Charlotte Paulsen


1797- 1862

Charlotte Paulsen geb.Thornton wurde am 4. November 1797 in Othmarschen geboren. Dank der glänzenden Stellung ihres Vaters (ein reicher, angesehener Bankherr bei einer englischen Handelsgesellschaft) wurde Charlotte und ihre 18 Geschwister die damals bestmögliche Erziehung zuteil.

1810 sah sich der Vater unter dem Druck des französischen Kaisers gezwungen, nach England zu fliehen, ohne vorher seine Geschäfte ordnen zu können. Das bedeutete einen großen Wandel in der Lebenshaltung der verwöhnten Familie.

Im Spätsommer 1814 kehrte die Familie nach Hamburg zurück, sah sich jedoch gezwungen nach Lübeck überzusiedeln, da man dort billiger lebte. Am 18. Oktober 1814 heiratete Charlotte auf Wunsch des Vaters den Hamburger Hausmakler Christian Paulsen. 1848 tritt Charlotte Paulsen in die "freigemeinschaftliche deutsch-katholische Bewegung." Somit gab sie sich ganz der Sozialhilfe hin und setzte all ihre Vitalität und Tatkraft im Kampf für die Nächstenliebe ein. Für einige Zeit wirkte sie im Vorstand des "Pestalozzi-Vereins" und des "weiblichen Krankenvereins."

Im Jahre 1849 schuf  sie dann selbst den "Frauenverein zur Unterstützung der Armenpflege." Dieser Organisation schlossen sich auch viele andere Frauen an. Ohne sich um den Spott und Tadel der Umwelt zu kümmern, bemühten sich in jeder Form, die Not der unteren Bevölkerungsgeschichten zu lindern. Die Hauptsorge jedoch galt den Kinder. Noch im selben Jahr wurde eine "Kinderbewahranstalt" für die Kleinkinder, der sich Charlotte Paulsen vor allem widmete, und eine Schule für die älteren Kinder gegründet. Charlotte Paulsen weitete ihre Tätigkeit noch weiter aus, sie setzte sich für konfessionelle und politische Freiheit ein, war eine Verfechterin der Frauenemanzipation und kümmerte sich sogar um entlassene Sträflinge.

Wegen gesundheitlichen Problemen ging sie im Jahre 1850 für einige Zeit nach Amerika, kehrte zurück und widmete sich wieder vor allem der Kinderbewahranstalt, in die sie 1855 nach dem Tod ihres Mannes für kurze Zeit ganz übersiedelt. Ihr Wunsch, ein eigenes Schulhaus zu errichten, konnte erst nach ihrem Tod (15. November 1862) im Jahre 1866 erfüllt werden. Als Erinnerung und Zeichnen der Verehrung erhielt dieses Haus den Namen der Gründerin des Frauenvereins "Schule des Paulsenstiftes" deren Tradition das Charlotte-Paulsen-Gymnasium fortsetzt.           


Quelle: Zusammenfassung  aus dem Buch: Charlotte-Paulsen-Schule Hundertjahrfeier